«psyche unplugged»: Neurodiversität – Zwischen Diagnose, Identität und Potenzial
Shownotes
Neurodiversität beschreibt die natürliche Vielfalt neurologischer Unterschiede – von ADHS über Autismus bis hin zu individuellen Denk- und Wahrnehmungsstilen. In dieser Folge sprechen Moderator David Staudenmann und Dr. med. Stephan Kupferschmid darüber, was Neurodiversität bedeutet, wie sich das Verständnis von Diagnosen im Spannungsfeld zwischen medizinischem und biopsychosozialem Modell verändert hat und warum das Thema heute so präsent ist.
Anhand von Alltagsbeispielen beleuchten sie Herausforderungen, Ressourcen und Missverständnisse, diskutieren den Weg zur Diagnose sowie therapeutische Möglichkeiten und werfen einen differenzierten Blick auf Stärken, Potenziale und gesellschaftliche Verantwortung.
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00:00:08: Psyche am Plakt, so heisst der Podcast.
00:00:10: Mein Name ist David Studemann und ich darf hier der Host sein.
00:00:14: Wir reden hier über die Themen rund um Psychiatrie und wie Verständnis fördern, Bewusstsein vermitteln, Klarheit arbeiten und Zusammenhängen klären.
00:00:21: Der Podcast ist entstanden durch eine Initiative von der Privatklinik Mehringen.
00:00:27: Ja, ich freue mich bis du auch in dieser Folge dabei bist.
00:00:29: Und wir reden heute über ein Thema, das ganz wichtig ist.
00:00:32: Das ist nämlich Neurodiversität und wir haben einen tollen Gast, der unglaublich viel Know hat in diesem Bereich.
00:00:37: Es ist Herr Dr.
00:00:39: Stefan Kupferschmid.
00:00:40: Er ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie.
00:00:44: Er ist vielmehr in den Kindern- und Jugendpsychiatrie-Tätigkeiten.
00:00:47: Er ist Chefart, Standortleiter des Psychiatriezentrums für junge Erwachsene in Thun von der Privatklinik Merringen.
00:00:54: Er stammt im Vorstand der Schweizer Fachgesellschaft ADHS und Präsident von Y, der schweizweiten Tachorganisation für Suizidprävention.
00:01:04: Wir sind thun am eher verreigneten Tonsteinamitag.
00:01:09: Stefan, schön, dass wir bei dir sein dürfen!
00:01:12: Mehr vor kurzem, der Professor Thomas Müller bei uns im Podcast hatte gesagt.
00:01:16: Die Hitze, also die Wärme hat einen riesigen Einfluss auf die Psyche und heute regnet
00:01:20: es
00:01:21: auch ohne grosse Einflüsse auf unsere Psychen oder?
00:01:24: Ich glaube wenn's draußen grau und trübe ist dann muss man irgendwas machen das man sich wohlfühlt, einen guten Tee trinken oder mit ihren guten Podcasts aufheben.
00:01:33: Das hilft schon ganz gut!
00:01:34: Genau
00:01:34: wir bringen ja immer wahnsinnig viel Licht mit, ich bringe eigentlich Sonne rein.
00:01:38: Ja, wir haben über das Thema Neurodiversität.
00:01:42: Und Neuro-Diversität beschreibt die Idee so etwas zu Dunkelschichten vom menschlichen Denken auch von Warnen und vom Lehren und dass das natürliche Variante des menschliche Kindes ist.
00:01:54: Oft wird ja genau das als Defizit ausgelegt.
00:01:58: Das ist ein wichtiger Grund, den man darüber hat.
00:02:00: aber du bist der Fachmann Stefan.
00:02:02: was bedeutet
00:02:06: Neuro Diversität?
00:02:08: sehr vieles und noch nicht so genau definiert.
00:02:12: Es gibt eine Entlegung aus der Biodiversität, die sagt dass es gut ist wenn es sehr verschiedene Lebewesen auf der Welt gibt das eine Artenvielfalt was Positives ist.
00:02:24: und viele Menschen die das Konzept der Neurodiversität vertreten sagen auch ja es ist gut wenn auch die die neuronale Ausstattung Art des Wahrnehmens, dass da auch eine gewisse Diversität drin ist.
00:02:38: Das ist so ein Ursprung der seit den nineteenhundert neunziger Jahren auch eher aus der Soziologie kommt und eine doch sehr breite Verbreitung gefunden hat.
00:02:51: Man kann aber auch sagen, dass es gewisse Theorien dahinter gibt die damit zu tun haben das psychiatrische Diagnosen auf der einen Seite immer bekannt geworden sind, aber auch in Frage gestellt werden.
00:03:10: Und ich glaube das wird uns heute ein bisschen beschäftigen.
00:03:13: Die zwei Hauptdiagnosen, das eine ist das ADHS und das andere ist das Thema Autismus-Spektrumstörung.
00:03:23: Aus der Medizin muss man jetzt von Diagnosen reden, dass die Abweichung von einem Jahrführungszeichen normaler Das gilt ja oft als Störung, als Defizite.
00:03:34: Medizin kommt schon aus dem Aus- und aus der Geschichte?
00:03:39: Wir arbeiten in der Medizin also auch in der Psychiatrie mit Diagnosen.
00:03:45: Da gibt es weltweit zwei Diagnosemanualen.
00:03:49: das eine ist das ICD von der Weltgesundheitsorganisation und das andere ist das DSM.
00:03:56: Das wird von einer amerikanischen Fachgesellschaft herausgegeben Und in diesen Systemen ist genau beschrieben, wann reden wir denn von welcher Problematik?
00:04:08: Das hat viele Vorteile.
00:04:11: Nämlich dass wir weltweit die gleiche Fachsprache sprechen.
00:04:15: Dass auch das gut gelernt werden kann was unser Handwerkszeug ist.
00:04:23: Dass man auch Therapien darauf absichern kann von welchen Menschen reden wir überhaupt?
00:04:31: Das hat aber auch gewisse Nachteile, nämlich dass es relativ große Kategorien sind.
00:04:36: Mir wird das immer, wenn es ums Thema Autismus geht klar.
00:04:41: Es gibt so den Satz Wenn man ein Menschen mit Autismus kennt, kennt man einen Menschen mit autismus.
00:04:46: also die Unterschiedlichkeit zwischen den einzelnen Menschen ist da extrem groß.
00:04:52: Also die ist ja unglaublich vielfalt.
00:04:56: und wenn wir jetzt drehen als natürliche Variationen anzuschauen.
00:05:01: Das ist eigentlich die andere Seite, ich glaube das ist schon wie eine Spannungsfeld irgendwo.
00:05:07: Das is ein Spannungsfeld denn eine Diagnose schaut natürlich immer auf die Probleme und ein Begriff der Neurodiversität sagt auch ja es gibt eben nicht nur Probleme sondern es gibt auch Vorteile Es gibt Befähigungen die in dieser Neuro-Diversität liegen.
00:05:28: Das kann man sehr gut am Thema ADHS sich anschauen.
00:05:31: Wenn wir die Diagnosekriterien anschauen, das ist eine Impulsivität, eine typische Unaufmerksamkeit und eine körperliche motorische Hyperaktivität – das sind die Beschreibungen von den Dingen, die vorhanden sein müssen für diese Diagnosen.
00:05:54: den einzelnen Menschen aus.
00:05:55: und vielleicht erlebt jemand mit ADHSO, er ist sehr kreativ.
00:06:00: Er arbeitet sich schnell in neue Dinge ein.
00:06:03: Er kommt leicht mit Menschen in Kontakt.
00:06:06: Ich hatte mal einen Menschen mit ADHS im Behandlung.
00:06:09: der war wirklich ein Meister da drin durch die Stadt zu gehen und mit einer neuen Bekanntschaft, mit einer neuem Geschichte nach Hause zu kommen.
00:06:19: Also das, wo er mit Leuten im Café beim Coiffeur in Kontakt getreten ist.
00:06:26: Wie dass vielleicht jemand ohne ADH es gar nicht so schaffen würde?
00:06:30: Weil er sich überlegt, oh ist das jetzt angemessen, vielleicht auch nicht so schnell dann reagiert also diese Impulsivität die ich vorhin genannt habe kann negative Konsequenzen haben aber eben auch positive Konseqenzen.
00:06:45: Es kommt auch in der Frage welchem Setting oder dass es da ist
00:06:48: Genau genau.
00:06:49: Und das ist jetzt die spannende Frage.
00:06:52: Müssen wir einem Menschen mit ADHS abgewöhnen, diese Dinge zu haben?
00:06:59: Oder müssen wir auch die Settings gestalten, dass sie passend sind für neurodiverse Menschen und da ist natürlich gerade beim Thema adhs- und kinder- und jugendlichen Schule und Ausbildung ein sehr relevanter Ort.
00:07:16: Ein Beispiel, das ich mir überlegt habe ... Du musst sagen, dass es überhaupt zutrifft.
00:07:21: Aber die Schule ist wirklich ein Ort, wo man das spürt.
00:07:26: In einer Situation haben wir zwei Schüler, die arbeiten an einem gleichen Boot oder einen Bootinseln.
00:07:33: Der Schüler hat sehr gut gearbeitet im Klassenzimmer und wechselt zwischen verschiedenen Stoffgaben.
00:07:41: die spontanen Impots.
00:07:43: Da kann hier noch etwas aufnehmen, da auch noch was aufnehmen und nebenan ist der Schüler B. Er hat vielleicht eher Mühe mit dem Lärm, vor allem mit den Unterbrechungen.
00:07:51: Man kann sich aber eigentlich sehr gut fokussieren, aber nur wenn er seine Ruhe hat.
00:07:56: Dort sind wir ja genau in diesem Pfau drin.
00:07:59: Ich kenne das v.a.
00:08:00: aus meiner Zeit als Schüler.
00:08:02: Und ich habe mich zufrieden eher am Schüler B gesagt ... Er ist unkonzentriert, er vergesst das und dann hat er hier nicht motiviert und so weiter.
00:08:12: Vielleicht ist es ungerecht?
00:08:15: Genau weil von jedem wird das Gleiche erwartet obwohl benutzen wir diesen Begriff eine gewisse Neurodiversität da ist.
00:08:26: im einen liegt das eher dem anderen liegt dass ich weiß nicht ob du den kommig kennst habe Einigen Jahren mal gesehen, wo im Urwald alle Tiere die gleiche Aufgabe kriegen.
00:08:40: Um Gerechtigkeit?
00:08:42: der Schiedsrichter sagt um Gerechtigkeitszuschaffen kriegt ihr alle die gleichen Aufgabe.
00:08:47: klettern sie auf einen Baum.
00:08:49: Der Affe freut sich Die Giraffe hat es schwierig und der Elefant wird's nicht schaffen oder?
00:08:56: Und in der Schule das ist auch... Ein guter Punkt in der Neure Diversität, ja wir sind nicht alle gleich ausgestattet.
00:09:05: Die pädagogischen Formen die didaktischen Methoden müssen auch passend sein zum Menschen selber und dann kann man seinen Potenzial abrufen.
00:09:20: Und das ist ja dann auch eine sehr schwierige und vielleicht traurige Situation wenn ein Kind das Gut begabt.
00:09:27: Menschen mit ADHS sind genauso begabt wie andere Menschen auch.
00:09:33: Aber wenn man auf seine Begabung nicht zurückgreifen kann, bloß weil in der Konzentration und Impulsivität nicht so eine gute Passung mit der Umgebung da ist.
00:09:43: Es
00:09:44: ist ja noch schwierig, wenn wir ehrlich sein.
00:09:48: Man muss sich manchmal Situationen von den Lehrerinnen und Lehrern versetzen.
00:09:51: Da hast du vier oder zwanzig Kinder.
00:09:54: Da ist ja noch Schwierig auf jedes Individuum einzugehen.
00:10:02: Aber ich glaube schon, dass man da auch einen Schritt weiterkommt, wenn wir das so sehen.
00:10:07: Das Beispiel, was ich vorhin gebracht habe, gibt es ja schon Möglichkeiten mit einfachen Mitteln zu helfen.
00:10:13: oder wie siehst du das?
00:10:16: Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass wir sagen die Lehrpersonen von heute haben einen ungeheuren Auftrag eben auch diese Individualität der Kinder zu sehen und wir müssen auch schauen, dass wir Schule dann nicht überfordern.
00:10:32: Und das wir dort genügend Ressourcen zur Verfügung stellen wo sie auch gebraucht werden.
00:10:42: Ich glaube vor zwanzig Jahren war es einfach wesentlich weniger bekannt Es wurde weniger diagnostiziert.
00:10:49: aber wenn ich mit Lehrpersonen heute spreche Dann ist es so von den vierundzwanzig haben vielleicht zwei die Diagnose ADHS, vielleicht haben sie noch ein Kind mit aus dem Autismus-Spektrum in der Klasse.
00:11:02: Vielleicht haben Sie noch ein kind das schulische Teil Leistungsstörungen wie zum Beispiel eine Diskalkulier hat.
00:11:09: und jetzt muss die Lehrperson jedem gerecht werden und da etwas individuelles liefern.
00:11:15: Da muss man auch wirklich sagen, muss mal schauen was ist dann möglich und welche Unterstützung braucht es?
00:11:20: Beim Thema ADHS gibt es verschiedenste Fördermöglichkeiten die auch rechtlich im Sinne vom Nachteilsausgleich geredet sind und die manchmal gar nicht viel brauchen.
00:11:32: Vielleicht braucht das Kind eine ruhige Umgebung, wenn es einen Test schreibt.
00:11:36: Vielleicht brauchts ne Viertelstunde länger, weil's nicht so lange dranbleiben kann.
00:11:42: Da wird nicht die Anforderungen an sich gesenkt sondern es wird ne Umgebungsgeschaffene, die dem Kind mehr entspricht.
00:11:50: Aber man muss doch darüber sprechen ob Diagnose jetzt ADS beispielsweise ist.
00:11:55: Man kann sagen Diagnose versus Identität.
00:12:01: Das macht eine Person aus, so wie er ist.
00:12:06: Genau und wir würden ja auch nicht sagen ein Mensch mit ADHS ist nur ADHS.
00:12:13: also ein Mensch isst nicht seine Diagnosen sondern wir versuchen da einen Teil möglichst gut zu beschreiben, möglichst gut to diagnostizieren der in irgendeiner Form zu Problemen führt.
00:12:28: Und natürlich sind psychiatrische Diagnosen auch immer Teil von der Diskussion, und das wird umso mehr in dem unsere Diagnose auch in der Öffentlichkeit bekannt sind.
00:12:42: Wir haben in den letzten Jahrzehnten eine ganz deutliche Zunahme der Diagnos adhs und auch der Diagnose der Autismus-Spektrumstörung.
00:12:55: Wandel bei diesen beiden Diagnosen.
00:12:58: Vor zwanzig Jahren hat man vielleicht gesagt, adhs ist eine typische Kinderdiagnose.
00:13:02: heute weiß man das wächst sich nicht auf Wunder als einem Art oft um den achtzentten Geburtstag aus sondern in vielen Fällen geht es weiter.
00:13:12: früher hat man Vielleicht gedacht auch vielleicht durch so dieses Bild des Zappel Phillips wo ja ein Kinderarzt im neunzehnten Jahrhundert das beschrieben hat Dieser Zappel Philipp, der war glaube ich in ganz vielen Köpfen präsent.
00:13:29: Heutzutage wissen wir ja auch junge Frauen sind davon betroffen, auch Mädchen sind davon Betroffen.
00:13:34: aber das sieht ein bisschen anders aus.
00:13:36: da ist es nicht so Ganz typisch.
00:13:37: da ist Es Nicht Der Zappelfillip sondern Da MüsSen War.
00:13:40: Viel Genauer Hinschauen Auch Beim Thema Autismus Spektrum Störung Ist Es So.
00:13:47: Ich habe ungefähr Für.
00:13:48: Zwanzig Jahren Im beruf angefangen Und da hatten wir noch ganz klar diese Einteilung in Asperger-Syndrom und Kanneautismus.
00:13:58: Das haben wir jedenfalls so in der wissenschaftlichen Perspektive heute verlassen, wir sprechen von Autismusspektrum und sehen dort auch viel mehr Personen als wir früher noch gesehen haben.
00:14:14: Und eben auch wieder gerade wenn bei dem Thema Geschlechterunterschiede sind – auch viele junge Frauen!
00:14:21: Es gibt erste Hinweise darauf, dass diese Geschlechterdifferenz die man vor einigen Jahren noch sehr betont hat sich in neuen Studien fast auflöst wenn man die Befunde im Erwachsenenalter anschaut.
00:14:36: Du hast vorhin gesagt Diagnose nicht zugenommen.
00:14:41: Was ist das Grund?
00:14:45: Vielleicht sind wir da auch ein bisschen mit der Problematik des eigenen Erfolges beschäftigt.
00:14:55: Es hat eine deutliche Entwicklung stattgefunden, dass man weniger Stigma in der Psychiatrie hat.
00:15:01: Dass man offener über Diagnose spricht.
00:15:05: Aus meiner Sicht hat es mit dem Thema der Depression angefangen wo man vor Jahrzehnten schon sehr viel Öffentlichkeitsarbeit gemacht hat.
00:15:14: Es gibt zum Beispiel die Bündnisse gegen Depressionen Ursprünglich ein Projekt aus Nürnberg, sehr schnell gab es auch in Bern.
00:15:22: Ein Bernerbündnis gegen Depressionen und dort wird wurde und wird ganz viel Aufklärungsarbeit gemacht.
00:15:31: das Hausärzte wissen was ist eine Depression?
00:15:34: Dass in der Schule Ausbildungsverantwortliche möglichst viele Menschen wissen was is depression mit klaren Botschaften.
00:15:43: des Berner Bündnis Gegen Depression hat zum Beispiel die Botschafte gehabt Depression hat viele Gesichter, Depression kann jeden treffen.
00:15:51: Depression ist behandelbar und das ist natürlich wichtig.
00:15:55: wenn eine Hausärztin das weiß hoffentlich auch im Studium in der Ausbildung mitbekommen hat dann wird sie mehr Menschen ansprechen die zu ihr in die Praxis kommen vielleicht eine Schlafstörung haben und dann wird die Hausärztin hoffentlich fragen könnte er nicht auch ne Depression dahinter stecken?
00:16:13: Das ist
00:16:14: ein sensibilisierendes
00:16:15: Wichtigsthema,
00:16:17: dass man mehr über das rettet.
00:16:19: Man hat schon eine Idee oder wenn es so geht, das möchte man mit dem Podcast erreichen.
00:16:25: Es ist ja ein wichtiger Faktor und ich nehme es schon etwas so wahr.
00:16:30: aber da bin ich gespannt auf deine Meinung.
00:16:33: Früher haben wir Diagnose gestellt an den Essen wie die Defizite.
00:16:37: Das ist auch verrückt und weiss nicht was.
00:16:39: Heute merkt man schon ... Falt da von dreien zum Wirkfingern oder dass man sagt, das ist zwei Diagnosen.
00:16:48: Aber das heisst noch lange nicht, dass da jetzt einfach nur eine Defizite ist und die Stärken liegen am anderen Ort.
00:16:55: So Verständnis!
00:16:58: Ich glaube der hat sich wirklich was getan, dass wir die Blickrichtung darauf haben.
00:17:02: ja ein Mensch mit ADHS wie können wir denn auch mit den stärken arbeiten?
00:17:08: Wie können mit ihm einen Weg gehen, dass er die Stärken gut einsetzen kann und dann vielleicht die Schwächen gar nicht so ins Gewicht fallen.
00:17:21: Das ist so die eine Sichtweise.
00:17:24: und dann ist aber auch die klinische Realität.
00:17:27: die Menschen kommen zu uns weil sie belastet sind, weil sie Probleme haben, weil Sie nicht mehr zurechtkommen mit diesen Symptomen.
00:17:35: und da muss man Verlauf der Entwicklung sehen, dass am Anfang jemand mit ADHS ja durchaus viele Probleme haben kann.
00:17:44: Zum Beispiel in der Ausbildung das er die Rückmeldung kriegt du bis zwar freundlich zu allen und interessiert aber wenn du weiterhin so viel vergisst und soviel Punkte auf der Checkliste nicht abarbeitest dann wird es irgendwann schwierig mit der Ausbildungen.
00:18:03: Und wenn man dann diese Probleme bewältigt hat durch eine multimodale Therapie, die beim Thema ADHS ja wirklich auch sehr wirksam ist.
00:18:13: Dann kann man dann auch schauen welche Ressourcen gibt es?
00:18:17: Welche Qualitäten gibt es vom Menschen mit ADHS, die wir positiv einsetzen können.
00:18:24: und viele erleben auch so ein bisschen beides gleichzeitig, dass sie zum Beispiel in der Ausbildung mit der Struktur große Probleme haben.
00:18:31: Aber dann eine Sportart für sich entdecken wo sie mit ihrer ADHS-Mentalität total super dabei sind oder einen Hobby, wo Sie sich frei entfalten können und da ganz viel Energie reinbringen.
00:18:46: Nicht ganz ohne Grund sind die Selbsthilfegruppen, die Elterngruppe vom Menschen mit ADHS ganz Energie geladen.
00:18:54: Die entfalten wunderbare Aktivitäten und da merkt man, es ist ganz viel Begeisterung und Energie dabei.
00:19:02: Also die bringen auch die Sache wirklich voran und können sich da wirklich gut einbringen.
00:19:10: Durch solche Herausforderungen angesprochen?
00:19:14: Du hast viele Jugendliche, die mit dieser Diagnose hier sind.
00:19:22: Vielleicht sind so alltägliche Situationen, wo ein Mensch mit einem ADS in Schwierigkeiten kommt oder Mühe hat mehr umzugehen.
00:19:32: Kannst du uns da mal ein paar Beispügen?
00:19:35: Also die Unaufmerksamkeit... Ich habe jetzt gerade zur Situation aus Schule und Ausbildung angesprochen.
00:19:43: Wenn jemand drei Dinge zu tun hat Und dann das erste Macht und die anderen beiden vergisst Das wäre so eine ganz typische Sache.
00:19:53: Das hört sich jetzt ein bisschen einfach an, aber wenn ein junger Mann der eine anspruchsvolle Ausbildung machen will und das so von den kognitiven Fähigkeiten auch durchaus hinkriegen würde.
00:20:05: Aber dann scheitert es so dran dass er zu wenig Selbstorganisation hat oder zum Beispiel Lernstrategien für Prüfungen oder für größere Arbeiten Masterarbeit.
00:20:19: Es ist fast so ein bisschen der Klassiker.
00:20:21: dann fällt auch Studierenden mit ADHS manchmal so ihre Prokrastination dieses Aufschieben auf die Füße.
00:20:29: Und da kann es natürlich hilfreich sein, wenn man schon im Vorfeld schaut wie kann man Lernstrategien einüben?
00:20:36: Wie kann gibt es psychotherapeutische Techniken, zum Beispiel die Salami-Taktik.
00:20:43: Hast du das schon mal gehört?
00:20:44: Ja, ich habe auch gehört.
00:20:45: Die
00:20:45: Salamitaktik ist eine meiner Lieblingsstrategien, dass man eine große Aufgabe in kleine Aufgaben unterteilt und dann immer wieder schaut wo steht man vielleicht auch eine gewisse Selbstbelohnung einführt wenn man die halbe Salamin geschafft hat.
00:21:00: also da kann man auch kreative psychotherapeutische Strategien anwenden Bei denen auch bekannt ist, dass es bei vielen Menschen
00:21:09: wirkt.
00:21:11: Ja, so ein Missverständnis habe ich ja relativ einfach verstanden.
00:21:15: Jetzt haben wir jemanden, der uns gesagt hat oder jemanden er müde, das so zu böschen, wenn man sich auf eine Prüfung vorbereiten muss.
00:21:25: Wenn ich mehr an den Vorwürfen mache, dann hätte ich viel zu wenig investiert und da musste ich mehr lernen.
00:21:31: Das ist also die Gedankefolge aber es ist ja noch schwierig... sich in Menschen zu versetzen, die Autismus haben.
00:21:39: Ich habe das Gefühl, dass es viel schwieriger ist als jemanden, der den Fussgelenk versteckt hat.
00:21:48: Das kennen wir alle.
00:21:50: Man kann nicht draufstehen und so weiter.
00:21:52: Aber jemand, der Autismus hat ...
00:21:55: Das
00:21:55: kann ich fast nicht nachvollziehen oder verstehen, wie man diese Situation versetzen kann.
00:22:04: Und da ist es ganz wichtig mit den Menschen selber im ... Kontakt zu bleiben und sie zu fragen.
00:22:11: Und Sie sich das erklären zu lassen?
00:22:14: Ich möchte ein ganz gutes Beispiel erklären, dass hier bei mir im Büro stattgefunden hat.
00:22:20: Wir machen hier sogenannte Vorgespräche für stationäre Aufenthalte.
00:22:24: Das heißt wir laden die Patientinnen so uns ein und erläutern so wie Therapie bei uns abläuft und wollen aber auch von ihnen hören Was sind Ihre Aufträge?
00:22:37: Das war gleich von Anfang an gut starten können.
00:22:40: Ich hatte hier mal am Tisch eine junge Frau mit Asperger-Syndrom setzen, also mit einer Form der Autismuspektrumstörung und die hat gesagt Herr Kupferschmied könnte ich bitte die Batterie aus dieser Uhr raus tun weil sie das Ticken der Uhr, die man vielleicht im Hintergrund sieht als ganz laut und störend wahrgenommen hat?
00:23:05: Mir ist meine Uhr bis dahin nicht aufgefallen, seit sie mir das gesagt hat höre ich es auch.
00:23:11: Und dann haben wir die Batterie rausgenommen und alles war in Ordnung.
00:23:17: Das ist etwas was typischerweise Auftritt dieses somatosensorischen Besonderheiten dass jemand zum Beispiel auf Geräusche, auf Licht, auf Gerüche oder auf Oberflächen so reagiert, wie das vielleicht nicht ein Hundert neunzig Prozent der Menschen machen.
00:23:36: Sondern da ist ja auch irgendwo eine Neurodiversität ganz besonders sensibel drauf sind.
00:23:44: und jetzt ist es natürlich meine Aufgabe.
00:23:47: ich möchte dafür sorgen dass wir ein gutes Gespräch führen können.
00:23:50: Das heißt ich frag bei allen Menschen mit irgendwo das Thema Autismus im Raum steht wenn ich dir das erste mal sehe frage können wir irgendwas machen, das war ein gutes Gespräch führen können.
00:24:02: Muss ich wieder die Batterie rausnehmen?
00:24:04: Ist Ihnen das Licht so hell?
00:24:07: Gibt es eine Sitzposition wo Sie gerne sitzen?
00:24:10: Können wir irgendetwas machen dass wir das Gespräch möglichst ohne Stress führen können und das ist ne ganz spannende Frage.
00:24:18: Ich glaube das wäre auch gut wenn das andere Menschen Die Umgang mit Menschen mit Autismus haben.
00:24:24: Denn Wenn ich gestresst bin weil das Ticken der Uhr so laut ist dann ist das keine gute Voraussetzung für ein anspruchsvolles Gespräch.
00:24:33: Ja, ich habe mir vorgestellt... Das führt auch zu dieser Schöpfung.
00:24:39: Warum hat es einen Einfluss auf einem?
00:24:42: Und das ist anstrengend oder wie zu filtern?
00:24:47: Das ist ja etwas wo wir wieder sehr bei diesem neurodiversitäts Thema sind.
00:24:51: was bei Menschen mit ADHS aber auch Autismus häufig berichtet sind diese Reizüberflutungen.
00:24:58: Wir wissen ja auch, dass es zwischen den beiden Themen gewisse Überschneidungen gibt.
00:25:03: Das Thema Reizüberflutung, das alles zu viel sein kann – das ist denen sehr ähnlich.
00:25:09: Also da gibt's wirklich Überscheidungen und gegen Reizüberflutungen kann man ja auch einiges tun.
00:25:17: Wollen wir mal vielleicht schauen, wie der Weg bis man eine Diagnose stellt?
00:25:22: Adias, Autismus... Wie funktioniert das?
00:25:27: Wie geht dir das an?
00:25:31: Vielleicht erst was zum Thema Diagnosen.
00:25:35: Wir müssen mit Diagnosen auch bescheiden sein, eine Diagnose erklärt nie alles und eine Diagnose ist immer auch etwas das man vor dem Hintergrund sehen muss dass wir da eine gewisse Reduktion machen.
00:25:52: es gibt einen sehr bekannten Psychiater und Philosophen Karl Jaspers.
00:25:57: der hat es sehr genau in in der Zeit nach dem Krieg beschrieben und hat auch gesagt, ja eine Diagnose ist ein gutes Hilfsmittel.
00:26:06: Ist ein gutes Werkzeug in der Psychiatrie.
00:26:09: aber man sollte es auch nicht überschätzen.
00:26:12: Und auch er hat so diese Entwicklung.
00:26:15: ich habe gerade gesagt die Diagnosen haben Entwicklungen gemacht in den letzten Jahren.
00:26:21: Das hat er eigentlich auch so beschrieben dass er das er nicht davon ausgeht Dass er mit seinem Buch das sehr bekannt ist den der Weisheit letzten Schluss hat, sondern dass es da in der Zukunft Entwicklungen geben wird.
00:26:34: Weil die Wissenschaft, die Medizin, die Psychiatrie und die Psychologie Fortschritte macht.
00:26:39: Und eigentlich erleben wir das zur Zeit, dass zum Glück Fortsschritte gemacht werden.
00:26:46: Eine Diagnose wie ADHS oder Autismus-Sprektrumstörung stellt man sehr sorgfältig.
00:26:53: Man verwendet verschiedene Informationsquellen macht auch natürlich Interviews mit den betroffenen Menschen selber.
00:27:02: Man eruiert sehr genau, wo ist denn der Leidensdruck?
00:27:05: Wo sind die wirklichen Schwierigkeiten?
00:27:08: Es wäre auch vorstellbar dass jemand einen ADHS hat und überhaupt keinen Leidendruck.
00:27:13: dann kommt er ja auch nicht zu einer Abklärung außer irgendjemand anders hat ein Leidendsdruck.
00:27:18: also das erleben wir natürlich häufig auch in Familien.
00:27:21: aber irgendwo braucht es braucht es ja was dass man sagt okay da funktioniert etwas nicht.
00:27:27: Und dann gibt es zum Beispiel standardisierte Interviewverfahren, dann gibt das Fragebogen für die Betroffenen.
00:27:34: Es gibt auch gewisse Verhaltensbeobachtungen.
00:27:38: und aus all diesen Puzzlestücken setzen wir dann die Diagnostik zusammen und schauen sind die Kriterien für eine Diagnose erfüllt oder nicht?
00:27:50: Du hast es doch ein bisschen angesprochen gehabt.
00:27:52: vorher Dungenschied zwischen Männern und Frauen.
00:27:58: Du hast gesagt, die haben mir sehr stark gefunden, dass sie so sind.
00:28:02: Jetzt hat es sich eher wieder ein bisschen angelichert.
00:28:04: Was ist so der Stand?
00:28:07: Vielleicht wenn man zum Thema Autismus-Spektrumstörung schaut... Da hat man eben zu meiner Studienzeit, ich glaube ich habe damals auswendig gelernt neun Knaben auf einem Mädchen Und diese Zahl hat sich wie aktuelle Studien aus dem skandinavischen Bereich zeigen nahezu angeglichen.
00:28:31: Also da redet man fast von eins zu eins, also dieser starke Unterschiede sind da weg.
00:28:39: und dann ist die Frage Wie sehen denn die Beeinträchtigungen aus?
00:28:45: Sind Frauen vielleicht nur leichter betroffen?
00:28:49: Ich habe vorhin schon gesagt, kennt man einen Menschen mit Autismus.
00:28:54: Also die Unterschiede sind sehr groß.
00:28:57: aber es gibt auch so ein paar wirklich andere Themen bei Frauen und wir erleben dass Frauen auch besondere Bewältigungsmechanismen haben.
00:29:08: das sind Begriffe durch die Gemeinschaft der erfahrenen selber geprägt worden ist dieses Masking Kamouflage, also so Techniken wie man auch mit Beeinträchtigungen umgeht.
00:29:25: Das sind sehr spannende Entwicklungen die auch immer aus meiner Sicht einen starken Aspekt haben wo sich Expertinnen aus Erfahrung selber einbringen.
00:29:36: Also Menschen die unter der Thematik von der Theomatik betroffen sind und dann selber zum Experten für ihre Thematika werden.
00:29:46: Es gab vor kurzem in Interlaken einen großen Kongress von Autismus Schweiz mit über achthundert Teilnehmern.
00:29:52: Und da war ein großer Teil auch wirklich Expertinnen aus eigener Erfahrung und da haben auch Menschen mit Autismus Vorträge gehalten, das waren für mich die besten Vorträge weil da kommt man nochmal ganz anders mit dem Thema in Berührung und es war wirklich sehr eindrücklich.
00:30:12: Wir haben die Diagnose geredet.
00:30:16: Was gibt es für Therapieformen, wenn wir über Neurodiversität sprechen?
00:30:20: Das sind verschiedene Diagnosen aber wie geht das an?
00:30:27: Vielleicht am Anfang eine vielleicht ein bisschen ketzerische Frage muss man Neuro-Diversität therapieren oder müssen wir eigentlich überlegen wie muss eine Umwelt aussehen wo eine Neuro Diversität keine Probleme macht?
00:30:46: Das ist eine spannende Diskussion.
00:30:48: Vielleicht um es mal konkret zu machen, ein Beispiel.
00:30:51: Es gibt in der Schweiz Supermärkte die eine sogenannte stille Stunde anbieten.
00:30:56: In der stillen Stunde ist kein grelles Licht, keine laute Musik, es gibt keinen plötzlichen Durchsagen und Assistenzhunde sind erlaubt.
00:31:09: Das ist für Menschen mit Autismus, die vielleicht auf das grelle Licht sehr stark reagieren, sich da unwohl fühlen die die laute Musik gar nicht mögen, ist das was ganz Tolles.
00:31:21: Und dann kann sein dass ein Mensch mit Autismus dem es vorher schwer gefallen ist einkaufen zu gehen in den unter den Bedingungen einkaufengehen können.
00:31:34: und was ist jetzt Therapie?
00:31:36: Soll ich mit meinem Patienten darauf hinarbeiten dass er am Samstag um elf Uhr einkoffen gehen kann oder Ist das eigentlich passender, wenn er die Zeiten nutzt wo eine stille Stunde in einem Supermarkt ist?
00:31:53: Mh hm.
00:31:54: Das entspannt die Frage.
00:31:57: Ein anderes Beispiel junger Mann kann bei der Begrüßung nicht in die Augen schauen.
00:32:03: Das ist beim Menschen mit Autismus sehr häufig.
00:32:07: Da ist die Gefahr dass es von der unwissenden Umwelt als Desinteresse als schlechtes Benehmen gesehen wird.
00:32:18: Einige Menschen mit Autismus gefragt ja, warum machst du denn das so?
00:32:21: Zum Beispiel wenn jemand auch im Gespräch auf den Boden schaut.
00:32:25: Eine typische Antwort ist Herr Gruppverschmied ich möchte ihre Frage richtig beantworten und dafür muss sich mich konzentrieren.
00:32:31: Und da kann ich ihn nicht in die Augen schauen sondern ich schau auf dem Boden damit ich wirklich mich koncentrieren kann und ihnen die frage richtig beantwarten
00:32:38: kann.
00:32:38: Also haben Sie's jetzt?
00:32:41: Genau!
00:32:41: Das würde man nicht erwarten.
00:32:45: Man muss nachfragen, man muss versuchen das zu verstehen.
00:32:47: Man muss auch sich von seinen eigenen Erfahrungen ein bisschen distanzieren.
00:32:53: oder ich finde es höflich in die Auge zu schauen beim Gespräch aber nicht unhöflich wenn man auf den Boden schaut sondern es ist mit Bemühen das wirklich richtig gut zu machen.
00:33:03: und vielleicht hat der junge Mann bei der Begrüßung nicht in die Augen schaut genauso sondern er möchte alles richtig machen und das fällt ihm leichter wenn er nicht in.
00:33:15: trainiere ich jetzt mit ihm, wie begrüßt man eine fremde Person?
00:33:21: oder hoffen wir darauf dass das ein potenzieller Arbeitgeber nicht sagt nee weil du das nicht schaffst gebe ich dir keine Chance.
00:33:31: und da sieht man es ist eben eine gesamtgesellschaftliche Frage die nicht nur allein von der Medizin von der Psychiatrie gelöst werden kann.
00:33:43: Was gehst du jetzt mit, der genau begrüßt sich aus diesem Grund?
00:33:55: Ich glaube ich würde mit ihm schauen ob er dahin kommt dass er sagt ja wenn ich die Lehrstelle will dann muss ich da eine Entwicklung machen aber nicht weil ich irgendwie falsch bin oder weil ich was falsch mache sondern weil einfach in dieser neurotypischen Welt zurechtkommen, weil ich mir nicht sicher sein kann dass jeder mit so viel Verständnis reagiert.
00:34:25: Allerdings würde ich mir auch wünschen das das verständnis größer wird, dass auch lehrverantwortliche Arbeitgeber da ein Wissen entwickeln können, dass es Supermärkte gibt die weiterhin eine stelle Stunde anbieten wo das möglich ist.
00:34:44: Ein ganz großen Schritt hat in dem Bereich die SBB letztes Jahr gemacht.
00:34:50: Dort gibt es das sogenannte Sunflower-Laniart, ein Band, eine Umhängeband mit Sonnenblumen und die weisen auf eine unsichtbare Behinderung, auf eine hidden Disability hin.
00:35:03: Und ich kenne einige Menschen mit ADHS und Autismus, die dieses beim Bahnfahren umgehängt haben.
00:35:09: Und, so wie ich die SBB verstanden habe soll ein Zugbegleiter geschult werden, dass sie mit den Menschen dann anders in Kontakt treten.
00:35:19: Ja, das ist sehr spannend!
00:35:22: Also... Was verändern wir?
00:35:25: Genau, es ist ... ja, da hat sich eine Apparatie gemalt weg.
00:35:28: So, dass die Gesellschaft einen Schritt muss machen und ich überzeugt bin, dass sicher auch wichtig ist.
00:35:34: Aber es gibt ja sicher auch Therapieformen, die noch weitergehen als Wie müssen wir das vorstellen?
00:35:50: Ich möchte gerade noch einmal bei einem Punkt dieses Wort Paradigmen wechseln.
00:35:53: Das ist wirklich der springende Punkt und da ist Neurodiversität ein anderes Paradigma in der Medizin.
00:36:03: Diese ganzen Diagnose Sachen, die ich erzählt habe ist letztendlich das Störungsparadigma.
00:36:08: Wir sagen ja nicht Krankheit zum Beispiel zum ADHS und dann Störung, Autismus-Spektrumstörung.
00:36:17: Und der Gedanke ist Ja, ich habe einen Menschen eine Gehirnfunktion, die in irgendeiner Weise gestört ist.
00:36:26: bei Menschen mit ADHS vielleicht die Aufmerksamkeitsleistung, die Daueraufmerksamkeit Wissen wir sehr genau, wo im Gehirn der Sitz, das sitzt im Frontal in Cortex.
00:36:37: Wir haben die Überlegung, dass ist gestört, es nicht so wie bei der Masse der Menschen, nicht wie bei bei ninety-fünf Prozent sondern das ist anders.
00:36:48: Das liegt in einem Bereich, der außerhalb der statistischen Norm liegt.
00:36:53: für diese Störung haben wir Behandlungsmethoden bei ADHS Psychotherapie, Ergotherapie Medikamente.
00:37:01: Mit diesen Therapien beheben wir diese Funktionstörung und sorgen dafür dass es keine Probleme
00:37:07: gibt.".
00:37:08: Das wäre so dieses klassische Störungsparadigmen.
00:37:12: Jetzt wäre der Paradigmenwechsel das ist Neurodiversität ist.
00:37:17: Dass man sagt nein, das ist nicht ein gestörtes Gehirn wenn man's ganz brutal sagt sondern Es ist eine Variation, eine neukotypische Variation.
00:37:27: Wir müssen jetzt für eine Umwelt sorgen, dass das nicht zu einer Störung führt und da brauchen wir eine unterstützende Umwelt, eine affirmative Umwelt, die gewisse Besonderheiten auch wertschätzt.
00:37:42: und das wäre dieser nächste Schritt, das wär der Paradigmenwechsel.
00:37:47: Das wird auch in der Wissenschaft diskutiert und da gibt es sehr prominente Vertreter für diesen Paradigmenwechsel, zum Beispiel Prof.
00:37:57: Sonoga Barg von Kings College in London und er hat sich, glaube ich so langsam Pensionsreif, hat sich sein ganzes Forschungsleben mit ADHS als Störung beschäftigt und hat immer mehr Punkte gesehen.
00:38:12: woher sagt ja da passt das gar nicht so richtig gut dieser Störungsmodell sondern wir brauchen einen Wechsel um das was wir sehen erklären zu können Zum Beispiel auch, das ist ein wichtiger Botschaft von ihm.
00:38:28: Dass es nicht diese Schubladen gibt.
00:38:29: vor zwanzig Jahren hat man gesagt Autismus oder ADHS Überschneidungen gibt's nicht.
00:38:35: heute weiß man Es gibt eine ganze Reihe von Überscheidung und auch so auf der der neuronalen auf der kognitiven Ebene.
00:38:43: also da sind wir vielleicht vor einem wissenschaftlichen Paradigmenwechsel.
00:38:50: Etwas war auch nicht gehabt, was heute auf einmal passiert.
00:38:56: Es gibt ja viele Menschen die sagen jetzt mal doch große Herausforderungen haben, weil sie eine solche Diagnose haben.
00:39:06: Wie kann der jetzt mal einen Akut helfen in so einer Situation?
00:39:15: Ich glaube das ist eine Situation, die wir als praktisch tätige Psychologen ... Mediziner ganz stark erleben, dass die Nachfrage nach Abklärung nach Therapie sehr hoch ist.
00:39:30: Dass es schwierig ist, Therapieplätze zu kriegen und dass es auch lange Wartezeiten gibt.
00:39:36: Und das kann zum Problem werden.
00:39:41: was wir tun wenn wir eine Abklärungen machen ist eben sorgfältig die Diagnose stellen auch gewisse Ausschlussdiagnosen.
00:39:50: Das könnten auch körperliche Erkrankungen sein.
00:39:52: Das können andere psychiatrische Erkranken sein, sehr sorgfältig das alles abzuklären.
00:40:01: Sowohl beim Thema ADHS als auch beim Thema Autismus ist es eine sehr individualisierte Therapie notwendig.
00:40:09: Beim ADHS sprechen wir gerne von der multimodalen Therapie.
00:40:14: Das war eben nicht nur den Fokus auf Medikamente legen, sondern das psychotherapeutische Verfahren.
00:40:20: Das Coaching-Verfahren und die Begleitungen im Schulkontext – wir haben es ja vorhin schon erwähnt – auch dabei sind dass bei Kindern und Jugendlichen auch Familienberatung dabei ist.
00:40:33: Ich hatte einen Erwachsenenpatienten mit ADHS wo dann paar therapeutische Elemente ganz gut funktioniert haben, weil er eben das ADHS vor allem in seiner Beziehung auch gemerkt hat.
00:40:47: Wo er manchmal sehr impulsiv reagiert hat und was ihm danach allein getan hat.
00:40:52: Also da ist eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten dar.
00:40:56: In den letzten Jahren lernen wir auch immer mehr wie Lebensstil Maßnahmen Veränderungen im Lebensstiel Eine positive Wirkung auf die psychische Gesundheit haben können Und dass es Bewegung körperliche Aktivität Ernährungsweisen und Schlafqualität.
00:41:14: Also das sind Dinge, die sich auch immer mehr herauskristallisieren.
00:41:18: Zum Beispiel beim Thema ADHS könnte eine Diät mit Omega-III Fettsäuren durchaus einen kleinen Beitrag leisten im therapeutischen Gesamtkonzept.
00:41:33: Es kommt immer in den Sinn, wenn ich hier bei euch hinein laufe.
00:41:36: Ich habe ein paar Eizenten für junge Erwachsene gemacht.
00:41:40: Es fühlt sich an wie eine Wege.
00:41:44: Und das ist auch ein Faktor, aber hier ist es anders als wenn man so einen klassischen Psychiatriemann von früher kennt.
00:41:53: Das ist ja heftig auch für den Prädigangessen, nicht mehr?
00:41:59: Das ist etwas was wir bei der Konzeption dieses Zentrums für junge Erwachsene geplant haben, dass wir sogenannte Milieu-therapeutische Elemente haben wo gegenseitige Unterstützung der Patientin möglich ist.
00:42:16: Wir haben auch eine Peer-Mitarbeiterin hier bei uns, die eine sogenannte Recovery-Gruppe anbietet.
00:42:24: Das ist ein ganz wertvolles Element unserer Behandlung.
00:42:28: Peermitarbeiterinnen sind Menschen, die einen psychischen Erkrankungen durchgemacht und bewältigt haben Zusatzausbildung gemacht haben als Expertin aus Erfahrung, um das dann weitergeben zu können.
00:42:43: Das ist etwas was auch gerade so ganz viel Empowerment macht dass man so mit einer psychischen Belastung umgehen kann.
00:42:51: Das war sicher eine ganze Welt volle Art vom Schaftorsten vorhin selber gesagt oder die spannendste Referate in Interlaken.
00:43:00: Sie waren von Leuten mit der Autismus heim.
00:43:04: Genau
00:43:06: Was ist sonst noch so wichtig, gibt es dir persönlich hier im Ansatz bei den Menschen?
00:43:13: Behandelst du dich um das Thema Neurodiversität?
00:43:16: Ja.
00:43:19: Vielleicht ist das auch die Antwort auf diesen Konflikt Neuro-Diversität oder klassisches medizinische Störungsmodell.
00:43:29: Wir arbeiten sehr stark nach dem biopsychosozialen Modell und konzipieren unsere Behandlungen auch biopsychosozial.
00:43:39: Das ist eine Denkweise, die kommt so aus den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts in der Psychosomatik sehr stark vertreten und hat gerade in Bern auch gewisse Wurzeln.
00:43:54: Da wurde dieses Konzept mitentwickelt.
00:43:57: Biopsycho-Sozial bedeutet auch immer dass es nicht einen einzelnen Auslöser, einen einzelne Ansatzpunkt für eine psychische Belastung geben kann, sondern vielleicht gibt es eine biologische Bereitschaft.
00:44:12: Manches liegt in den Genen bei ADHS ist das sogar ein bisschen mehr wissen wir heutzutage.
00:44:19: Biologie ist aber auch Schlafverhalten zum Beispiel, Biologie is Ernährungsweise soziale Einflüsse.
00:44:27: Das erleben war bei unseren Patientinnen hier auch immer sehr stark dass es gewisse Risikofaktoren gibt zum Beispiel Armut, zum Beispiel Migration.
00:44:38: Aber auch aufwachsen in einem Elternhaus wo es Probleme gibt, wo es vielleicht auch psychische Belastungen gibt.
00:44:45: und dann noch so diese psychologische eigene Darstellung wie ist das mit dem Selbstwert?
00:44:52: Wie habe ich so das Gefühl?
00:44:53: kann ich mein Umfeld positiv beeinflussen?
00:44:58: Habe ich das Gefühl Steuer oder passiert mir alles einfach.
00:45:03: Das wären so Konstrukte, die uns hier sehr wichtig sind in der Arbeit und dann eben auch in der Therapie.
00:45:10: das biopsychosoziale Modell verhindert dass man komplexe Dinge zu einfach macht.
00:45:17: Dass man zum Beispiel sagt okay jetzt haben wir ein ADHS diagnostiziert jetzt gibt es einen Medikament sondern es braucht auch im sozialen Bereich Unterstützung auf der psychologischen und psychotherapeutischen Ebene Angebote, die passend sind.
00:45:36: Also dass man auf keiner Seite vom Pferd runterfällt.
00:45:39: Genau!
00:45:39: Das ist ein breites Spektrum.
00:45:41: Ich glaube das ist eine ganz heitere Geschichte hier in diesem Verstahl.
00:45:47: An der Forschung Leidlinge-Erfahrungen von Experten engagieren die Tieren alles privaten, nicht mehr extrem.
00:45:54: Wie wichtig ist dir das?
00:45:58: Mir ist das sehr wichtig.
00:45:59: Ich bin auch beteiligt als Experte an der aktuellen S-III-Leitlinie, es gibt im deutschsprachigen Raum die AWMF – das ist so eine Arbeitsgemeinschaft von Fachgesellschaften.
00:46:12: Dort sind wir auf den letzten Metern.
00:46:16: eine Leitlinien zu erstellen für ADHS.
00:46:19: eben S III bedeutet dass die meisten Empfehlungen evidenzbasiert sind also dass es eine gute Forschungsgrundlage gibt.
00:46:28: In dieser Leitliniengruppe sind mehrere Dutzend Personen, die alle Fachverbände vertreten.
00:46:36: Aber es sind auch selbst Betroffene mit dabei und Vertreter von Selbsthilfegruppen.
00:46:42: Und mit ihnen zusammen wird auch das diskutiert – und das kann manchmal sehr interessant sein.
00:46:49: wenn eine Fachperson sagt ja so wäre das in der Praxis am besten.
00:46:57: Frau, die sich engagiert für die Betroffenen sagt ja das wäre fachlich ganz schön aber dass findet man niemand nirgendwo vor.
00:47:05: Dass man zum Beispiel innerhalb von zwei Wochen einen Termin kriegt also da sind wir dann auch immer wieder mit der Realität konfrontiert, die uns die Menschen aus Erfahrung mitbringen.
00:47:17: Also ist es ein Challenge?
00:47:18: Genau!
00:47:19: Aber eine ganz wichtige Challenge.
00:47:23: Ja, ich habe mir so Angst noch jetzt am Schluss vielleicht wenn wir das Thema Neuer Universität.
00:47:27: Das ist für die bietigen Take-home-Messages.
00:47:33: Ich glaube, diese Themen sind wirklich präsenter geworden mit Vor und Nachteilen.
00:47:39: Man kann heute mit weniger Stigma über manche psychischen Probleme reden – vielleicht nicht überall, aber schon über manchen.
00:47:48: Und es ist mehr Wissen da!
00:47:52: Auf der anderen Seite gerade in Social Media ist auch viel unwissender.
00:47:57: Also es gibt Untersuchungen auf TikTok, wenn da was über ADHS gesagt wird dann ist seventy-fünf Prozent falsch oder unvollständig.
00:48:07: also es gibt mehr Wissen wir kommen leichter dran das Stigma wird kleiner.
00:48:12: aber wir müssen auch aufpassen dass nicht die Konzepte ausgeweitet werden, dass jede schwierige Lebenserfahrung auf einmal ein Trauma ist solche Themen die beschäftigen und die Beschäftigten gerade junge Leute.
00:48:30: Und ich glaube, du siehst im Podcast – Ich habe immer wieder so ein bisschen zwei Seiten oder es gibt immer gewisse Extreme und ich glaube wir müssen mehr aushalten, wieder die Extreme zusammenzubringen zu argumentieren und gemeinsame mittenzufinden dass eine Diagnose gute und schlechte Seiten haben kann dass eine Diagnose vielleicht für einen Moment auch eine Entlastung sein kann, aber dann auch Ansporn sein sollte.
00:49:03: Dass ich mich entwickeln und die Diagnos als To-do-Liste begreifen.
00:49:08: Also in diesen Spannungsfeldern müssen wir uns bewegen.
00:49:11: Ich glaube ganz, ganz wichtige Arbeiten von dir da leistet.
00:49:18: Und es ist unglaublich spannend.
00:49:19: Das Thema mit den Fingern werden mir noch viel gehören.
00:49:23: Da geht's viel!
00:49:26: Danke vielmals für das Gespräch.
00:49:30: Stefan ist ja genau vor einem Jahr bei dir gewesen, und zwar war es am vierzehnten Februar im Valentinstag.
00:49:37: Und ich habe dich gefragt... Ja?
00:49:40: Ihren Partnern, was bringst du?
00:49:42: Wir haben einen kleinen Einspieler parat, dass du dann gesagt hast, weil ich ja gefragt habe, was hast du organisiert oder bringest du deinen Partnern im Valentinstag?
00:49:50: Bringst du heute aber deine Partnernen Blumen heim?
00:49:53: Ich habe zum Glück schon Pralinen gekauft, war einem sehr schönen tuner Koffisseur und ich glaube das wird ein guter Start in den Abend werden.
00:50:02: Ja, übermorgen ist wieder Valentinstag, es ist natürlich kalt oder was?
00:50:06: Sind die Pralinächer gehofft?
00:50:09: Vielen Dank für die Erinnerung!
00:50:11: Sie sind wirklich noch nicht gekauft.
00:50:12: Ich habe etwas anderes geplant aber ich glaube ein bisschen Praline dazu ist auch nicht verkehrt.
00:50:19: Guten Valentinstag, genieße es und merci vielmals für die Zeit.
00:50:25: Stefan, ich hoffe bis gleich wieder!
00:50:27: Vielen Dank für das schöne Interview!
00:50:29: Ja, das war's von Psycho-Amplakt, der Podcast.
00:50:32: Ich lasse euch dazu zu.
00:50:35: Ihr könnt hier auf YouTube finden.
00:50:37: Dann haben wir ein Video, wo ihr seht, auch die Uhr, die Stefan erzählt hat, bei uns im Büro steht.
00:50:43: Danke vielmals und bleibt neugierig!
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